2019-04-07

Illustration – was ist das eigentlich?

Der Illustrator ist keiner der Berufe, die einem sofort in den Sinn kommen, wenn es um Berufsbilder geht. In der Tat ist das Berufsbild so unbekannt, dass selbst Zeichenbegeisterte erst relativ spät mit dem Berufsbild Illustrator/in in Berührung kommen. So schrieb es kürzlich die Illustratoren Organisation in einem Artikel.

Ähnlich ist es mit der Illustration. Zu dem Begriff assoziiert sicherlich jeder ein individuelles Bild.

Was verbirgt sich also hinter dem Wort?

Versuch einer Definition

Der etymologische Ursprung der Illustration ist das Wort illustrare „erleuchten, erklären.“ Die Aufgabe einer Illustration ist es demnach, Sachverhalte und Texte in einer bildhaften Form zu veranschaulichen. Der Betrachter bekommt mit Hilfe einer Illustration einen weiteren Zugang, um einen Text besser zu verstehen und ihn vielleicht auch noch einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Es gibt kein bestimmtes Genre oder Werk, das für eine Illustration steht. Die Illustration kann beeinflusst sein von dem Grafikdesign, dem Kommunikationsdesign oder der Kunst. Das, was eine Illustration ausmacht, ist allein die Tatsache, dass sie einen erklärenden Charakter hat. Sie wurde für einen bestimmten Zweck angefertigt, den sie zu erfüllen versucht.

Wichtig ist auch: eine Illustration funktioniert mit und ohne Text.

P10illustration

Vielfalt der Illustration

Praktisch heißt das: im Grunde ist jede gezeichnete, analog gemalte oder digital erstellte Grafik, die einen speziellen Zweck erfüllt, eine Illustration.

Sie ist somit weder nur eine Buntstift- oder Aquarellzeichnung für Kinder- oder Schulbücher, noch ist sie ausschließlich eine einfache Visualisierung mit Icons und Strichmännchen.

Auch eine mit Acrylfarbe gemalte Orchidee oder eine Collage, in der es zum Beispiel um Baumhäuser geht, sind Illustrationen, wenn Sie für die „Untermalung“ von Inhalten erstellt wurden. Sketchnotes und Infografiken sind auch Illustrationen, genauso wie die Abbildungen von Körpern in Anatomiebüchern.

Eine Illustration ist all das und noch vieles mehr. Die einzige Bedingung an eine Illustration ist, dass sie an eine Form von Nutzung gekoppelt ist. Der Kreativität sind bei der Art der Darstellung keine Grenzen gesetzt.

Ein Auftrag kommt zustande

Illustratoren werden in den meisten Fällen von einem Auftraggeber beauftragt, einen Sachverhalt visuell darzustellen. Nach einem Briefing, in dem der Illustrator und der Auftraggeber sich über die wesentlichen Punkte austauschen, folgt ein Angebot des Illustrators.

Das Angebot beinhaltet den Aufwand zur Erstellung sowie die kalkulierten Nutzungsrechte. Zu unterscheiden ist das einfache und das ausschließliche Nutzungsrecht, der Nutzungszweck, -umfang, -dauer und der Nutzungsraum.

Weitere Informationen zu diesem Thema stellt die Illustratoren Organisation bereit.

Flow der Kreativität

Wenn die Rahmenbedingungen besprochen und geklärt sind, begibt sich der Illustrator auf Ideensuche. Es folgt der kreative Erstellungsprozess, der in Abstimmung mit dem Arbeitgeber bis zur finalen Umsetzung und Fertigstellung der Illustration fortgeführt wird.

Fazit

Obwohl der Arbeitsbereich der Illustratoren oftmals nicht genau bekannt und definiert ist, sind die Ergebnisse ihrer Arbeit öfter präsent, als man denkt. Illustrationen sind Geniestreiche der Kreativität, die sich nicht an strenge Vorgaben halten müssen.

Sie bilden die Handschrift ihrer Urheber, die Intention der Auftraggeber und die Nutzungszwecke - individuell, facettenreich und mit einer ungeahnten Vielfalt - ab. So erscheint es fast notwendig, mit offenen Augen durch den Alltag zu gehen, um sich bewusst und intensiv mit all den unterschiedlichen Illustrationen auseinanderzusetzen.

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