2019-05-10

Aber ich kann doch gar nicht zeichnen!

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist der Gedanke, dass zum Visualisieren Zeichenkenntnisse nötig sind. Das ist falsch. Die Visualisierung unterscheidet sich sehr von der künstlerischen Zeichnung.

Künstlerisches Zeichnen vs. Visualisierungen

Ja, für künstlerisches Zeichnen ist einiges an KnowHow nötig. Dort geht es um eine sehr gute Hand-Augen-Verbindung und darum, Objekte, Figuren im Raum perspektivisch auf dem Papier darzustellen. Das Objekt oder die Figur wird dann mit Strichen, Schraffuren unter Berücksichtigung von Licht und Schatten zum Leben erweckt.

Die Intention von Visualisierungen ist aber eine völlig andere. Die wichtigste Regel für die Verwendung von geschäftlichen Visualisierungen ist: der Inhalt steht immer an erster Stelle!

Die Visualisierung dient dazu, den Inhalt verständlicher zu machen. Somit lässt sich die perspektivische Darstellung im Raum absolut vernachlässigen. Sie besteht somit hauptsächlich aus einfachen Formularen und Symbolen, die die Aufgabe haben, den Inhalt hervorzuheben.

Auf die Einfachheit kommt es an

Für diese Art von Zeichnen und die weitere Entwicklung von Bildvokabular sind deshalb keinerlei Zeichentechniken oder -kenntnisse nötig. Einfache Formen, Linien und Symbole reichen völlig aus, um Inhalte bereits auf attraktive Weise zu unterstreichen. Das kann schon ein rasch gezeichnetes Rechteck als Textcontainer sein.

Die Symbole und Icons erheben auch nicht den Anspruch schön zu sein. Auch schräg gezeichnete Linien oder krumme Kreise können Inhalte auf einzigartige Weise beleuchten.

Stammvokabular aufbauen

Wenn man nicht viel Sicherheit beim Zeichnen hat, dann empfiehlt es sich, sich ein kleines Stammvokabular von drei bis vier Icons zu erarbeiten und dieses konsequent zu nutzen.

Um ein Symbol bzw. Icon spielerisch und aus dem Kopf zeichnen zu können, braucht es Übung. Man sagt, dafür sind rund 50 Wiederholungen nötig. Je seltener das Icon dann künftig genutzt wird, desto häufiger muss es wiederholt geübt werden, um es im richtigen Moment im Kopf zu haben. Es geht also um den Willen zur Wiederholung und um Übung - nicht um Talent oder Zeichenkenntnisse.

Konsistenz und Konsequenz

Konsistenz bei der Nutzung ist ebenso wichtig wie Konsequenz. Wenn im geschäftlichen Alltag oft mit dem Motto „der Kunde ist König“ gearbeitet wird, dann ist ein mögliches Icon um das Motto zu unterstreichen eine Krone. Wenn also für die Nachricht „Kunde ist König“ immer eine Krone verwendet wurde, dann sollte die Krone auch künftig für „Kunde ist König“ stehen.

Das Icon der Krone klingt vielleicht kompliziert. In ihre Formen zerlegt ist eine Krone jedoch sehr einfach zu zeichnen. Sie besteht aus einem schmalen Rechteck, drei Dreiecken sowie drei kleinen Kreisen, die auf die Dreiecke gesetzt werden. So einfach ist das. :)

P5-krone-text.png

Fazit:

Auch ohne künstlerische Vorkenntnisse lohnt es sich mit der Erstellung von Visualisierungen zu beginnen. Die Herausforderung ist, die einfachen Formen im Objekt der Wahl zu erkennen. Als Inspiration bietet die Google-Suche Lösungen. Wenn man dort unter dem Stichwort „clipart“ oder „icon“ den Begriff seiner Wahl sucht, erhält man einige kreative Vorschläge, wie ein Icon einfach dargestellt werden kann.

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, lässt sich das gleich mit der Krone ausprobieren. Unter dem Stichwort „Krone Clipart“ oder „Krone Icon“ zeigen sich die unterschiedlichsten Darstellungsformen für die Krone. Dank dieser Anregung lässt sich eine einfache Krone spielerisch leicht visualisieren, oder?