2019-05-24

Unternehmertum: Qualität oder Inszenierung?

Ende April fand in Wiesbaden der Founder Summit 2019 der Entrepreneur University statt.

Mit 5000 Teilnehmern war es ein wirklich großes Event. Etliche namenhafte Experten haben mit außergewöhnlichen Vorträgen rund um das Thema Gründung, Start-Ups und Digitalisierung zum Großdenken eingeladen.

Am zweiten Nachmittag sorgten Themen-Panels für einige Aha-Effekte. Der Vortrag von Hermann Scherer, einem der gefragtesten Redner Deutschlands, hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Kompetenz versus Inszenierung

Hermann Scherer startete seinen Vortrag mit dem Statement, dass eine hohe Qualität für ein erfolgreiches Unternehmen wichtig sei und ließ sich das von den Zuhörern bestätigen.

Direkt danach folgte seine Gegenthese: Die Inszenierung von Menschen zu Marken sei wichtiger als die Qualität und Kompetenz eines Unternehmers. Er selbst habe, um die in der Familie vorhandenen Schulden abzuzahlen, ohne jegliche Kenntnisse eine Rednerkarriere gestartet. Für eine seiner Veranstaltungen habe er sogar Bill Gates für ein Honorar von 450.000 Dollar nach Deutschland geholt.

Scherer verwies danach auf die Erfolgsgeschichten anderer Unternehmer, die nicht aufgrund ihrer Fachkenntnisse, sondern der Inszenierung ihrer Marke erfolgreich geworden seien, wie z.B. Udo Lindenberg.

Die Bedeutung der Inszenierung untermauerte er dann zusätzlich mit einem Experiment aus dem Jahr 2012. Der weltberühmte Konzertgeiger Joshua Bell spielte auf einer Stradivari Geige in einer U-Bahn-Station in Washington.

Das überraschende Ergebnis: von rund 1000 Passanten, blieben 7 Personen stehen, um ihm zuzuhören. Und nur eine Dame, die ihn erkannt hatte, sprach ihn an. Sein Spiel war dasselbe, wie in den ausgebuchten Konzertsälen. Das Setting und die Inszenierung jedoch nicht.

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Marketing mit Herz

Versteht man das Wort „Inszenierung“ als Sichtbarmachen der eigenen Person und der eigenen Leistung, dann hat die These „Inszenierung versus Qualität“ aus meiner Sicht ihre absolute Berechtigung.

Denn, was bringt es, gut zu sein, wenn einen niemand kennt. Insofern ist es wesentlich, sich von Selbstzweifeln und den Zweifeln der Anderen zu lösen und sich sichtbar zu machen für sein Umfeld. Und das konsequent und konsistent.

Am besten funktioniert das Selbstmarketing dann, wenn man für eine Sache brennt. Wenn man eine Sache mit Leidenschaft vorantreibt, dann begeistert man auch andere für seine Inhalte.

Fazit: Aktion vor Intelligenz

Übertragen in deinen Alltag bedeutet das: Deine Themen und deine Kundenlösungen müssen für ein „Mehr an Sichtbarkeit“ in die Welt gebracht werden. Dafür braucht es einen Plan und noch wichtiger: es braucht Aktionen. Tätig zu werden ist maßgeblich für deinen Geschäftserfolg. Vom Plan zur Handlung zu kommen, ist der wahre Gewinn für dein Business.

Wie oft hast du schon geplant etwas zu tun und dir dafür vielleicht auch Bücher und Kurse gegönnt. Dann ein paar Tage später hast du den ersten Schritt noch immer nicht getan, weil etwas - oder du dir selbst - dazwischenkam!?

Es gibt viele Momente, an denen wir „was wäre, wenn...“ denken und schlussendlich Angst vor der eigenen Courage bekommen. Laut Scherer bremst uns oft die eigene Intelligenz und der eigene Anspruch zu Handeln. Commitment als Erfolgstreiber

Hermann Scherer fasste in dem Schlusssatz seines Vortrages zusammen: „Das Gegenteil von Zweifel ist Commitment. Das bedeutet die Dinge durchzuziehen bis zum Ende.“ In diesem Sinne: wofür stehst du? Und was wirst du noch heute dafür tun, gesehen zu werden?

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