2019-07-12

So geht’s: 3 Apps für digitales Sketchnoten

Wer gern visuelle Notizen macht und es leid ist, seine Papiernotizen zu digitalisieren, arbeitet am besten digital. Es gibt mittlerweile ein breites Angebot an Zeichen-Apps für die unterschiedlichen Betriebssysteme. Es hängt also nur an der richtigen Ausrüstung und an der passenden App. Schon steht dem digitalen Zeichnen nichts mehr im Wege.

Ausrüstung

Um loslegen zu können, benötigt man ein Gerät mit Touchscreen und einen Eingabestift. Je nach Betriebssystem gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Technisch und wegen der leichten Anwendung ist die Arbeit mit dem Apple Pencil und dem iPad Pro empfehlenswert. Das digitale Zeichnen ist damit ein Kinderspiel und das Ergebnis kommt der Arbeit auf Papier sehr nah.

Die günstigere Alternative zum iPad Pro ist ein iPad der älteren Generationen. In der Kombination mit einem einfachen Eingabestift gelingt auch damit der Einstieg ins Zeichnen bestens.

Auswahl an Apps

Die Auswahl an Zeichen-Apps ist riesig. Die folgenden drei Apps sind uneingeschränkt zu empfehlen:

1) Sketches von Tayasui

2) Procreate

3) Concepts: smarter Sketching

Neben den drei dargestellten Apps gibt es jedoch auch etliche weitere Möglichkeiten, z.B. Paper von 53 oder Sketchbook von Autodesk.

Fast alle Apps bieten eine Basisversion zum Testen der Funktionen an. Für wenige Euro ist in der Regel ein Upgrade für die Pro-Version mit einer Erweiterung der Features erhältlich.

App: Sketches

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Mit der App Sketches lässt es sich anfangs problemlos digital zeichnen. Die App erfordert kein technisches Know-How und ist sehr intuitiv zu bedienen.

Sketches verfügt über alle grundlegenden Funktionen, um überzeugendes Bildmaterial zu erstellen. Bilder können als JPEG, PNG oder PSD (Photoshop)-Datei exportiert werden.

Die Zeichnungen lassen sich anschließend gut weiterverwenden, z.B. in einem Blogartikel oder in einer Präsentation. Die App verfügt außerdem über die Möglichkeit, ein Video vom Zeichenvorgang zu erstellen.

Hervorzuheben ist die Aquarellfunktion in Sketches. Die Pinsel sind großartig und es lässt sich sogar die Aquarelltechnik „wet in wet“ oder „wet in dry“ anwenden. Das Ergebnis ist tatsächlich gar nicht so weit weg von einem Papieraquarell.

App: Procreate

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Procreate ist für jeden, der kreative Visualisierungen erstellen möchte.

Procreate ist ein enorm leistungsfähiges Programm. Es gibt viele verschiedene Pinsel, die man jederzeit anpassen kann. Auch das Importieren eigener Pinsel ist möglich.

Die App hat unzählige Zusatzfunktionen, die eigene Zeichnung zu bearbeiten. Der Datenexport ist ähnlich vielfältig. Die Zeichnungen lassen sich als PSD, PDF, JPEG, PNG oder TIFF abspeichern. Neben Zeichnungen bietet die App sehr viel Potenzial, um Illustrationen und Lettering direkt in der App zu erstellen.

Da Procreate so viele Möglichkeiten hat, kann es eine Herausforderung sein, sich in alle relevanten Funktionen einzuarbeiten. Ich bin mit Procreate nie richtig warm geworden. Es gibt jedoch bereits einige Videos online, die zeigen und erklären, wie die Werkzeuge in der App richtig genutzt werden.

Procreate ist wie Sketches eine pixelbasierte App. Der Vorteil von Pixelbildern ist, dass jedes einzelne Pixel separat verändert werden kann. Für Farbverläufe und Schattierungen ist das optimal. Ein Nachteil ist, dass es bei der Skalierung der Bilder später zu Unschärfen kommen kann.

App: Concepts

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Concepts: Smarter Sketching ist ein leistungsfähiges Vektorprogramm und meine liebste Zeichenapp.

Bei Concepts lässt sich die Benutzeroberfläche individuell anpassen. Da es sich um eine Vektor-App handelt, gibt es keine große Auswahl an Stiften und Pinseln. Beide lassen sich jedoch auch individuell anpassen.

Hervorzuheben bei Concepts ist das große Copic-Farbrad. Wie in Procreate lässt sich außerdem jede RGB-Farbe verwenden und es gibt einen Colorpicker.

Eine bemerkenswerte Funktion in Conceps ist die Ebenen-Automatik. Ist diese Funktion aktiviert, müssen keine Ebenen für die unterschiedlichen Stifte angelegt werden. Die Ebenen werden pro Stift automatisch erstellt und während des Zeichenprozesses - je nach Stift - automatisch gewechselt. Ein echter Vorteil, wenn man schnell arbeitet und sich auf andere Dinge konzentrieren möchte.

Concepts erlaubt den Datenexport als JPG, PNG, PSD, PDF und auch als SVG. Als Vektordatei (SVG oder PDF) exportiert, lassen sich die in der App produzierten Vektorgrafiken später ohne Qualitätsverlust beliebig skalieren. Das ist dann vorteilhaft, wenn man im Erstellungsprozess noch nicht genau weiß, in welchen Dimensionen man die Zeichnung später benötigen wird.

Fazit

Wer die erforderliche Technik besitzt, findet aufgrund des großen Angebots die passende App. Es gibt von Zeit zu Zeit auch neue Apps auf dem Markt. Ein Austausch mit anderen lohnt sich bestimmt, um vorab Fragen zu klären und neue Anregungen zu erhalten.

Für die meisten App gibt es Online Tutorials. Sie sind dann hilfreich, wenn es um die Einarbeitung in leistungsstarke Apps wie Concepts und Procreate geht.

Zu beachten ist auch, dass nicht alle Apps für jedes Betriebssystem angeboten werden. Procreate zum Beispiel ist nur auf dem iPad verfügbar. Concepts verfügt aktuell bei einer Nutzung auf Microsoftgeräten nicht über dieselbe Vielfalt an Funktionen wie bei einem iPad.


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