2019-09-20

Die Kunst, Inhalte auf das Wesentliche zu reduzieren

Täglich sind wir einer Vielzahl an Informationen ausgesetzt. Sie strömen nahezu überall auf uns ein, werden weiterverarbeitet oder vergessen.

Um Inhalte für sich und andere besser verständlich zu machen, hilft es, diese zu visualisieren. Das fördert die Kreativität, spricht Emotionen an und führt zu mehr Verständnis.

Aber wie beginnen?

Um Inhalte zu visualisieren, sollten zunächst die wichtigsten Fakten bekannt sein. Der konzeptionelle Teil, also die Kernbotschaften von Inhalten herauszufinden ist daher ein wichtiger, wenn auch schwieriger, Schritt vor dem Visualisieren.

Für treffende Visualisierungen braucht es Klarheit darüber, was wirklich gesagt und aufgezeigt werden soll. Es gilt die Inhalte auf das Wesentliche zu reduzieren. Erst nachdem bekannt ist, welche Informationen die Schlüsselinformationen sind und welche Inhalte nützliche Zusatzinformationen bieten, lassen sich die visuellen Akzente setzen. Was das in der Praxis heißt, ist an den folgenden Beispielen anskizziert.

P6Reduktion

Bilder für eine Präsentation

Für die Visualisierung einer Präsentation, hilft es die Schlüsselwörter in der Präsentation herauszufiltern. Der Vorgang funktioniert im Grunde wie die Aufbereitung für eine PowerPoint Präsentation. Man reduziert die Füllwörter und untergeordnete Botschaften. Die Schlüsselinformationen die bleiben, lassen sich dann mit einfachen Zeichnungen unterstützen.

Um dem Publikum die Relevanz der Kernbotschaft aufzuzeigen und den Erstellungsprozess von Bildern möglichst einfach zu halten, genügt es, nur eine Visualisierung zu zeichnen. Sie dient dann als visueller Anker für die Kernbotschaft, die sich durch die gesamte Präsentation zieht.

Sketchnote eines unbekannten Texts

Wer einen unbekannten Text für sich oder für andere visualisieren möchte, wird dies ohne die erforderliche Praxis nicht während des ersten Lesens tun können.

Es ist also sinnvoll, den Text vorab intensiv durchzuarbeiten und dabei Schlüsselwörter, Sprachbilder und andere wichtige Informationen hervorzuheben. Nachdem bekannt ist, worum es im Text geht und was die Schlüsselbotschaften sind, ist es Zeit für den nächsten Schritt: die Visualisierung.

Die Kernbegriffe lassen sich beispielsweise gut in Textcontainern betonen. Vielleicht findet sich ja auch ein passendes Icon?

Ideen und Konzepte visualisieren

Komplexe Ideen und Konzepte lassen sich auf den Punkt bringen. Dabei geht man ähnlich vor wie bei der Aufbereitung eines Textes. Wenn allerdings erst die Idee steht, die Kernthemen aber noch nicht definiert sind, dann unterstützt ein visuelles Template - eine Vorlage - den Prozess.

Diverse Prozesse und Methoden sind bekannt für ihre fest definierten Charts, z.B. die Vorlage „Business Model Canvas“. Beim Abarbeiten werden dann die Informationen gesammelt und priorisiert. Das funktioniert selbstverständlich auch mit der Erstellung von eigenen Vorlagen für die Arbeit allein oder in Gruppen.

Fazit

Inhalte zu visualisieren ist leichter, als man denkt. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum Botschaften verständlich und nachhaltig zu kommunizieren. Je genauer die Schlüsselbotschaften des Inhalts definiert und verstanden sind, desto besser funktioniert die Visualisierung. Wichtig beim Verwenden von Visuals ist immer, dass es um den Inhalt geht. Es geht darum, allen Beteiligten ein weiteres funktionelles Hilfsmittel an die Hand zu geben.

Wesentlich ist mit Visualisierungen, das Verständnis und die Kommunikation zu fördern. Einfache Bilder sind sehr gut geeignet, um Botschaften zu unterstreichen. Ein schiefes Strichmännchen oder eine ungleichförmige Sprechblase kann da oft besser unterstützen, als eine perfekte 3D-Zeichnung, die nicht viel mit den Inhalten zu tun hat.