2019-12-20

Podcast leicht gemacht? Teil 2: Meine Erfahrungen

Vor Kurzem habe ich die letzte Folge der zweiten Podcaststaffel veröffentlicht. Nun ist es an der Zeit für eine Reflexion: Wie lief das Projekt der zweiten Staffel und was habe ich gelernt?

Mit dem Artikel möchte ich all denjenigen Mut machen, die sagen: „Einen Podcast würde ich gern machen. Nur weiß ich nicht, wie ich das angehen soll.“ Im Blogbeitrag vom Juni liest du im Detail, wie der Podcast entstanden ist. Die Idee eines Podcasts beschäftigte mich seit dem letzten Sommer. Zu der Zeit wusste ich allerdings weder, worüber ich sprechen will, noch wie ich das anstelle.

Die Ereignisse fügten sich, im November 2018 gewann ich ein Mikrofon. Der Wunsch eines Podcasts verdichtete sich. Die erste Staffel sprach ich endlich im Mai ein und Ende Juni veröffentlichte ich sie. Die Struktur für weitere Podcast-Staffeln war somit vorhanden. Der zweiten Staffel stand also organisatorisch nichts mehr im Weg.

Die Inhalte

Das Visualisieren als Thema war aus meiner Sicht momentan für einen Podcast thematisch erschöpft. Deshalb war relativ schnell klar, dass die zweite Staffel eine Solostaffel zu meinem Herzblutthema dem Loslegen werden würde. Ich genieße es selbst sehr, in Bewegung zu sein und ermutige auch andere Unternehmer regelmäßig dazu, neue Ideen zu entwickeln, sie anzugehen und auszuprobieren. Warum also nicht im Podcast darüber sprechen?!

Nachdem das Thema der Staffel gesetzt war, sammelte ich Ideen für die geplanten acht Folgen. Die konkrete Auswahl hat sich über ein paar Tage hingezogen. Ich wollte die Themen sacken lassen, um zu entscheiden, welche Inhalte passen und wie viel Recherche dafür nötig ist.

Die komplette Staffel, also alle acht Folgen, sprach ich kurz darauf innerhalb einer Woche ein. Die Staffel am Stück zu realisieren, war für mich die beste Option. Das Setting war aufgebaut und die Überwindung nicht so groß, ins Mikrofon zu sprechen.

Audacity und seine Funktionen

Während der Aufnahme lernte ich das Programm Audacity besser kennen. Ich kannte bereits einen Bruchteil der Funktionen, hatte mich jedoch nicht sonderlich intensiv mit dem Programm beschäftigt. Das Bearbeiten der Audiospuren erschien mir bereits in der ersten Staffel einfach, war allerdings nichts, womit ich mich zu dem Zeitpunkt näher beschäftigen wollte. Ich war froh, dass eine virtuelle Assistentin das Editieren übernahm.

Zu Beginn der zweiten Staffel war ich jedoch gezwungen, mich mehr mit Audacity auseinanderzusetzen. Bei der Aufnahme der ersten Folgen realisierte ich nämlich, dass die Lautstärke der Aufnahme gar nicht an mein Mikrofon angepasst war. Das Problem gab es definitiv schon in der ersten Staffel. Ich schaute mir also die Einstellungen in der Software nun doch genauer an und entdeckte daraufhin weitere Funktionen, um die Lautstärke der Aufnahme zu bearbeiten, wie den Kompressor.

Aufgaben abgeben oder nicht?

Ich beschloss, die zweite Staffel selbst zu bearbeiten. Für mich lag nahe, dass ich nur so einen umfassenden Blick bekomme, wie eine Podcastproduktion abläuft und dadurch ebenfalls lerne, wie ich mir das Ergebnis im optimalen Fall wünsche.

Beim Abgeben von Aufgaben an Experten ist es aus meiner Sicht schwierig, zu wissen, wie das ideale Resultat aussehen kann. In meinem Fall war es bei der ersten Podcaststaffel so, dass ich die erste editierte Folge übersendet bekam und beurteilen sollte, ob das Ergebnis für mich passt oder ob ich es mir anders wünsche. Nur, wie soll ich das entscheiden können, wenn ich die Bandbreite der Möglichkeiten nicht kenne?

Bei der Beurteilung der editierten Folge war ich schlichtweg überfordert. Ich wusste nicht, ob mehr Pausen Sinn machen oder nicht – für mich war es komisch genug, meine Stimme in der Folge zu hören. Eins wusste ich: Zu 100 Prozent glücklich war ich nicht. Gleichzeitig hätte ich allerdings nicht sagen können, was mich genau störte.

Die Entscheidung, die Staffel selbst zu bearbeiten war nun mit der Hoffnung verbunden, ein besseres Empfinden dafür zu bekommen, was mir gefällt und was mir nicht gefällt.

Die Learnings

Ich habe gelernt, dass es nicht reicht bei den Folgen einfach die ähms und die Pausen herauszuschneiden. Lange Pausen sind manchmal hilfreich für die Reflexion und die Entschleunigung der Sprechgeschwindigkeit und auch kurze Pausen haben ihre Berechtigung. Bei der Bearbeitung der Audiospur sollte das berücksichtigt werden, genauso wie die Aufnahmelautstärke. Ich habe versuchsweise mit dem Kompressor die Lautstärke deutlich erhöht, was auch zu erhöhten Störgeräuschen geführt hat. Da hätte ein Experte die Bearbeitung vermutlich besser in Griff gehabt.

Eine weitere Erkenntnis war, dass ich mich leichter tue, frei zu sprechen als abzulesen. Die Folge mit ein paar Stichpunkten in der Hand einzusprechen, verleiht der Aufnahme wesentlich mehr Authentizität. Der Nachteil ist, dass die Podcastfolgen in meinem Fall einem wesentlich schnelleren Sprachrhythmus folgen. Eventuell verbessert sich das mit fortschreitender Übung.

Der Funktionsumfang der Software Audacity ist sehr groß und ich habe ihn ansatzweise ausgetestet. Einmal im Flow sind die Folgen relativ schnell geschnitten, wobei der zeitliche Aufwand nicht zu unterschätzen ist. Wer sich einarbeiten will und etwas Zeit mitbringt, kann die Basics seiner Aufnahme aus meiner Sicht selbst schneiden. Das Einfügen der Intro- und Outromusik ist etwas kniffliger, aber mit Ausprobieren oder kurzer Recherche durchaus möglich.

Fazit

Meine zweite Podcaststaffel war ein spannendes Projekt, das mir einiges an neuen Erfahrungen beschert hat. Wie bei jedem Projekt liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Regelmäßigkeit und dem Herauswagen aus der eigenen Komfortzone. Beides hilft, um sich langfristig zu verbessern.

Wenn du ein eigenes Podcastprojekt anstrebst, dann empfehle ich dir, es einfach anzugehen. Ganz sicher hast du ein Thema, von dem du viel weißt und das für deine Zielgruppe interessant ist. Alternativ zu Solofolgen kannst du auch Interviews einsprechen. Die technische Ausstattung ist schnell besorgt: Du brauchst ein Mikrofon, einen Mikrofonständer und eine Software fürs Aufnehmen, wie Audacity. Dann heißt es: Den entscheidenden Schritt zu tun und deine Inhalte einsprechen.

Für die Nachbearbeitung und das Veröffentlichen im Web hilft ein Profi, z. B. eine spezialisierte virtuelle Assistenz. Den Prozess selbst zu durchlaufen, ist jedoch auch möglich und durchaus empfehlenswert.

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